GRUNDLAGEN ANTHROPOSOPHISCHER MEDIZIN 

GESUNDHEIT IST DAS FREIE ZUSAMMENSPIEL DER VERSCHIEDENEN WESENSGLIEDER IM RECHTEN VERHÄLTNIS

Zwei unterschiedliche Gliederungskonzepte des Körpers bilden die Grundlage der Anthroposophischen Medizin. Zum einen die Unterteilung in „Leiber“ (physischer Leib, Lebensleib, Seelenleib und Ich-Organisation) und zum Anderen die „Dreigliederung des Menschen“(Nerven-Sinnessystem, Rhythmisches System und Stoffwechsel- Gliedmaßen- System).

 

LEIBER

 

Der physische Leib umschreibt den menschlichen Körper in seiner Struktur, den man mit bekannten wissenschaftlichen Methoden erforscht hat. Dazu zählen die Knochen, die Sehnen, die Organe bis hin zu jeder einzelnen Zelle im Körper. Durch ihn erhalten wir unsere äußere körperliche Erscheinung.

 

Der Lebensleib ist Grundlage für Vorgänge des Aufbaus, des Wachstums und der Regeneration.  Seine Tätigkeit vollzieht sich in Rhythmen und wird durch gesunde oder ungesunde Gewohnheiten gestärkt oder geschwächt. Sie trägt die Selbstheilungskräfte in sich.

 

Der Seelenleib stellt den Gegenpool zum Lebensleib dar. Durch ihn ist es möglich unser Denken, unsere Gefühle und unsere Willenskraft selbst zu beeinflußen. Er beeinflusst sehr stark das Gleichgewicht zwischen Gesundheit und Krankheit, z.B. Appetitlosigkeit bei Kummer oder schnelle Atmung bei Freude.

 

»Ich« kann jeder nur zu sich selbst sagen. Damit stellt dieser Leib das Zentrum unser Persönlichkeit dar und ermöglicht uns eigenständiges Denken und Handeln.

 

Lebens- und Seelenleib bilden ein Zusammenspiel von Auf- und Abbauprozessen. Kann in Stress-situationen die abbauende Tendenz nicht mehr ausgeglichen werden, wird die Entwicklung von Krankheiten begünstigt.

Therapeutisches Ziel ist daher die Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Seelen- und Lebensleib.

 

DREIGLIEDERUNG DES MENSCHEN

 

Die Dreigliederung des Menschen in das Nerven- Sinnes-System, das Rhythmisches System und das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System beruht auf der Zuweisung von anatomischen und funktionellen Zentren.

 

Der Kopf wird dem Nerven-Sinnes-System zugeordnet und dient der Wahrnehmung von Sinnesreizen sowie der Weiterleitung und Verarbeitung der Wahrnehmung als Grundlage des Bewusstseins. Kommt es zu Störungen in diesem Bereich durch z.B. Sinnesüberreizung können Kopfschmerzen oder Schlafstörungen die Folge sein.

 

Die Herz-Kreislauf Funktion sowie die Atmung sind dem rhythmischen System zugeordnet und unterliegen einer Vermittlungsrolle zwischen Nerven- Sinnes- System und Stoffwechsel- Gliedmaßen- System. Außerdem sind sie wesentlich im Hinblick auf das Erleben von Gefühlen. Kommt es z.B. zu einer Angstreaktion, beschleunigt sich Herzschlag und Atmung.

 

Die Vorgänge des Stoffwechsels sowie der Bewegung werden dem Stoffwechsel- Gliedmaßen- System zugeordnet. Liegen z.B. Verdauungsstörungen oder Unverträglichkeiten vor, wird mehr Energie vom Körper diesem Bereich zur Verfügung gestellt. Dies kann häufig zu einer Erschöpfung und/ oder  Stress führen, weil anderen Systemen, wie dem Kopf, die Energie entzogen wird.

 

 

                                               

 

 

 

 

„EINMALIG IST JEDER MENSCH UND JEDER LEBENSWEG. EINMALIG AUCH SEIN HEILUNGSWEG AUS DER KRANKHEIT.“

 

Jeder Mensch hat seine körperliche Veranlagung, seinen Schicksalsweg und seine Lebensaufgabe. Entsprechend individuell wirkt sich dies auf den Umgang mit einer Krankheitssituation aus. Jedem eröffnet sich die Möglichkeit, aktiv einen Beitrag zur Gesunderhaltung zu leisten. Dies beginnt u.a. mit Fragen zur Ernährung, Bewegung und Lebensführung sowie dem Umgang mit Sinnesreizen und Medien.

 

Ein weiteres Gebiet ist der Erhalt der Schwingungsfähigkeit auf leiblicher und seelisch- geistiger Ebene als Voraussetzung für situationsgerechtes Handeln aus Erkenntnis und das bewußte Pflegen von Rhythmen, die nicht von außen vorgegeben sind.

 

Rhythmus ist eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit und Krankheitsüberwindung, denn alle Lebensprozesse verlaufen in Rhythmen. Unser Berufs- und Alltagsleben ist heute weitgehend von äußeren Sachzwängen und fehlendem Rhythmus geprägt.

 

Die Pflege des Rhythmus ist eine Möglichkeit, aktiv Krankheitsdispositionen zu begegnen, um Krankheiten vorzubeugen. Sie kann von jedem Menschen selbst gestaltet werden, ganz entsprechend der individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten.

 

Auch die innere Ausrichtung an geistigen Zielen ist mitentscheidend.

Wofür setze ich meine Kräfte ein? Welchen Sinn gebe ich meinem Leben und wie kann das Leben zunehmend selbstgesteuert geführt werden? Was hat die Krankheit mit mir zu tun?

Immer mit dem Ziel erfolgreich mit auch belastenden Lebensumständen umzugehen, sich nicht unterkriegen zu lassen und gestärkt daraus hervor zu gehen.